Psychotherapie und Psychopharmaka

In einer Presseaussendung vom Dezember 2020 weist der Arzneimittelhersteller Schwabe auf die enorm gestiegenen Verkaufszahlen von pflanzlichen Beruhigungs- und Einschlafmittel hin.

„Es macht sichtbar, dass die aktuelle Corona-Situation für viele Menschen absolut nicht leicht auszuhalten ist und dass die Unruhe sowie Angespanntheit in der Gesellschaft deutlich zunimmt.“, so der Geschäftsführer von Schwabe Austria.


Wann aber ist es sinnvoll sich medikamentöse Unterstützung zu holen und wie entscheidet man am besten, welches Medikament oder Präparat aktuell am besten bei der Wiedererlangung der psychischen Gesundheit helfen kann?


Psychopharmaka und Phytopharmaka (also rein pflanzliche Arzneien) können in verschiedenen Bereichen angewendet werden. Sie werden bei Schlafproblemen, zur Beruhigung, bei Gedankenkreisen, innerer Unruhe, Antriebslosigkeit und bei Ängsten eingesetzt.


Wichtig ist sich bewusst zu machen, dass Medikamente und Arzneien nie die Ursache eines Leides behandeln, sondern zum Einsatz kommen, um belastende Symptome zu lindern und so zu einer Entlastung der Betroffenen beizutragen.

Gut veranschaulicht wird dies in der Behandlung mit Schmerzmedikamenten. Die Arznei hilft in diesen Fällen dabei den Schmerz zu lindern, die Ursache für den Schmerz, etwa ein gebrochenes Bein, eine Schnittwunde, eine chronische Erkrankung oder eine Infektion, bleibt aber bestehen! Gleiches gilt für psychisches Leid. Da Schmerzen (und auch andere Gefühle und Gemütszustände wie Ängste, Aggressionen, Schlaflosigkeit, Alpträume, depressive Verstimmungen etc.) uns immer auf etwas hinweisen wollen, was gerade unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht, um wieder heil zu werden, ist es wichtig, Symptome nicht nur mittels Medikamenten zu übertünchen, sondern immer auch die Ursache im Hintergrund zu betrachten und zu behandeln.

Gleichzeitig ist die Entlastung, die wir durch die Schmerzlinderung erfahren, enorm wertvoll. Die schmerzfreie Phase verschafft uns eine Verschnaufpause, in der es uns gelingen kann wieder zu Kräften zu kommen und mehr Stabilität in unseren Alltag zu bringen. Diese neu gewonnene Kraft ist von zentraler Bedeutung auf dem weiteren Weg der Genesung, denn sie ist in vielen Fällen der Katalysator dafür, dass die zugrunde liegenden Ursachen und Probleme bearbeitet werden können.


Es macht daher Sinn sich gut über die Möglichkeiten der medikamentösen Begleitung während herausfordernder oder belastender Lebensphasen zu informieren. Welches Medikament in welcher Dosierung und für welchen Zeitraum eingenommen werden soll, bespricht man am besten mit seinem behandelnden Arzt/seiner behandelnden Ärztin. Auch alle Unklarheiten und Sorgen über Wirkung und Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung sollten offen mit dem jeweiligen Arzt/der jeweiligen Ärztin angesprochen werden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Psychotherapie und Psychopharmakologie einander ergänzende Behandlungsformen sind. Beide haben ihre Stärken und Grenzen in der Behandlung von psychischen Leidzuständen. Wie die beiden am zielführendsten eingesetzt werden, lässt sich am besten in Gesprächen mit Ihren ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen des Vertrauens klären.

Den gesamten Text der Presseaussendung finden Sie hier: https://www.ots.at/presseaussendung/vermehrte-psychische-probleme-geben-grund-zur-sorge-pharma-und-psychotherapie-muessen-hand-in-hand-gehen

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Eva Eckhard | Psychotherapie

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